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Integrierte Stadtentwicklungsplanung "iSEP" - Was ist das?

Zu den wesentlichen Aufgaben der Kommunalpolitik zählt auch die langfristige Weiterentwicklung des Ortes. Konzepte, die die Planung und Durchführung dieser Aufgabe erleichtern, gibt es bereits seit den 1960er Jahren. Dabei lag zu Beginn der Schwer[1]punkt natürlicherweise auf der städtebaulichen Entwicklung, die unter dem Begriff Bauleitplanung zusammengefasst werden kann. Im Laufe der Jahre haben sich jedoch die Anforderungen und damit die Schwerpunkte der Städteplanung verändert. So rückten gesellschaftliche, ökonomische, kulturelle und ökologische Aspekte in den Vordergrund. Dabei stellte sich zunehmend heraus, dass die Konzentration auf die Bauleitplanung nicht mehr in der Lage war, die aktuellen Probleme zu lösen. Dies galt auch für die genutzten Werkzeuge.

Die notwendige Weiterentwicklung der iSEP hat dies berücksichtigt und die Systematik der Strategischen Planung integriert. Dies hilft bei der Strukturierung und Bearbeitung der Aufgaben beträchtlich. Hieraus ergab sich die logische Abfolge einer iSEP folgendermaßen:

  1. Entwicklung einer Zielvorstellung: Bevor man anfängt, muss man wissen, wohin man überhaupt will.
  2. Definition und Entwicklung von Handlungsfeldern (Strate[1]gien), um die Ziele erreichen zu können.
  3. Auswahl und Erarbeitung von konkreten Maßnahmen für jede Strategie.
  4. Umsetzung der Maßnahmen.

Die Erfahrung aus der Praxis hat gezeigt, dass dieser Prozess dann die größten Aussichten auf Erfolg und Akzeptanz hat, wenn diejenigen, die die Ergebnisse "quasi ausbaden" müssen, von vornherein integriert sind. Das gilt für alle gesellschaftlichen Gruppen, das heißt für alle Bürgerinnen und Bürger, für die Akteure der Kommunalpolitik und für die, die im Ort wirtschaftlich tätig sind. Sie müssen deshalb bei jedem Schritt die Möglichkeit haben, z. B. in Arbeitsgruppen, an der Entwicklung der Lösungen mitzuarbeiten.

Integrierte Stadtentwicklungsplanung ist eine Aufgabe für Alle. Die Stadtvertreter Kühlungsborns wurden schon 2019 über das Konzept einer Stadtentwicklungsplanung auf Basis der strategischen Planung ausführlich informiert und haben dies im Februar 2020 beschlossen.

Als erste Stufe wurde die Zielfestlegung bearbeitet. Hierbei haben mehr als 40 Kühlungsbornerinnen und Kühlungsborner aus allen gesellschaftlichen und ökonomischen Bereichen in insgesamt 17 Workshops mitgearbeitet und einen von allen Beteiligten akzeptierten Vorschlag vorgestellt, der ebenfalls von den Stadtvertretern beschlossen wurde. Im Anschluss daran wurden die Schritte zwei und drei ausgeschrieben, da der damit verbundene Aufwand realistischerweise nur mit professioneller fachlicher Hilfe durchführbar ist. Zum Redaktionsschluss war der Ausschreibungsprozess noch nicht abgeschlossen.

Dr. Helmut Maisel

(März 2021)

Zum iSEP - Phase 1


Entwicklung und Umsetzung eines Verkehrskonzeptes für Kühlungsborn

Der seit vielen Jahren zunehmende Verkehr, unter anderem aufgrund steigender Gästezahlen, veranlasste die Stadtvertreter 2017, ein Verkehrskonzept erstellen zu lassen. Das Ziel war, dass die Verkehrsbelastung für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Feriengäste auf ein erträgliches und damit akzeptierbares Maß reduziert werden.

Als Ausgangsbasis führte ein Ingenieurbüro eine Verkehrsanalyse durch, um Verkehrsschwerpunkte und -probleme zu identifizieren. Im Anschluss daran entwickelten die Parteien und Wählergemeinschaften konkrete Vorschläge zur Verbesserung und es wurde von den Stadtvertretern entschieden, ein Verkehrskonzept fraktionsübergreifend auszuarbeiten. Die Arbeitsgruppe nahm im März 2018 ihre Arbeit auf. Ziel war es, eine Entspannung der gesamten Verkehrssituation Kühlungsborns zu erreichen, und zwar unter Vermeidung von größeren Nachteilen und Behinderungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste und der Wirtschaft des Ortes.

Hierfür wurden vier grundsätzliche Vorgehensweisen festgelegt:

  1. Verringerung des Verkehrs,
  2. Lenkung des Verkehrs,
  3. Erhöhung der Verkehrssicherheit,
  4. Förderung eines umweltgerechten Verkehrs.

Der erste vorläufige Abschlussbericht wurde dem Bürgermeister im Februar 2019 übergeben und zwei Monate später durch die Stadtvertreterversammlung verabschiedet. In den nachfolgenden Gesprächen mit der verantwortlichen Verkehrsbehörde, wurden der Großteil der vorgesehenen Maßnahmen akzeptiert und einige unter Berufung auf die Straßenverkehrsordnung abgelehnt. Bei mehreren Vorschlägen waren Änderungen notwendig, damit die Verkehrsbehörde auch diesen zustimmen konnte. Insgesamt wurden mehr als 60 Einzelmaßnahmen festgelegt.

Die endgültige Fassung des Konzeptes wurde im März 2020 an die Stadtverwaltung und die Stadtvertreter zur Beschlussfassung gegeben. Die Stadtvertreterversammlung hat dann im Frühsommer 2020 das Verkehrskonzept in der redigierten Fassung verabschiedet.

Wahrscheinlich ist das Verkehrskonzept Kühlungsborns das Einzige in Mecklenburg-Vorpommern, das ausschließlich von Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ohne externe Unterstützung erarbeitet wurde. 

Im September 2020 begann die Stadtverwaltung Kühlungsborns mit den ersten Umsetzungen von Anteilen des Konzeptes, wie beispielsweise der Verkehrsberuhigungsmaßnahme in der Strandstraße.

Fortsetzung folgt...

Dr. Helmut Maisel

(März 2021)

   

Das Ziel des Verkehrskonzeptes liegt in einer Entspannung der Verkehrssituation Kühlungsborns

    

Zum Verkehrskonzept

Verkehrsberuhigung in der Strandstraße - Nur eine von 60 Einzelmaßnahmen


Die Rotwildgruppe bleibt nicht allein - So geht es mit dem Beleuchtungskonzept weiter

Nicht nur eine Winterbeleuchtung, sondern ein ganzjähriges Konzept soll es werden. Da sind sich die Teilnehmer der Projektgruppe „Beleuchtungskonzept“ einig. Begleitet werden die regelmäßigen Projekttreffen, die fraktionsübergreifend stattfinden, durch die Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn.

Ziel des Projektes ist es, Kühlungsborn für Kühlungsborner und Besucher um ein weiteres Highlight attraktiver zu machen. Vor allem in der dunklen Jahreszeit sollen Besucher durch anziehende Lichtinstallationen und Events in den Ort und in die Einkaufsstraßen gelockt werden. Im Sommer hingegen könnten die Gäste durch intelligente Besucherlenkung von den Hotspots in ruhigere, weniger besuchte Ortsbereiche wie zum Beispiel zum Lindenpark, geführt werden.

Letzten Winter erfolgte der Auftakt mit der Rentiergruppe im Baltic Park und dem beleuchteten Anker am Bootshafen. Auch der Stern auf der Seebrücke und die Beleuchtung der Promenade mit Leuchtelementen in Form einer Welle gehörten dazu. Vor allem die Rentiere fanden besonderen Zuspruch bei unseren Jüngsten.

Nun soll es weiter gehen. Geplant ist ein 4-stufiges Konzept, das die Arbeitsgruppe komplett selbstständig und ohne kostenintensives Beratungsunternehmen entwickelt. Neben der klassischen Weihnachtsbeleuchtung und der Winterillumination soll es auch Events
geben. Die Licht- und Klanginstallationen am Stammgastwochenende könnten konzeptionell weiter ausgearbeitet werden. Auch bei Veranstaltungen im Frühjahr und im Sommer sind Lichtinstallationen denkbar.

Außerdem sind Beleuchtungselemente angedacht, die über das gesamte Jahr stehen bleiben können. Installationen an der Promenade und im Küstenwald wären denkbar, aber auch ausgewählte Spielplätze könnten künftig beleuchtet werden. Wichtige Sichtachsen wie Kreisverkehre und Ortseingänge werden bei der Planung unter die Lupe genommen. Noch muss alles auf Machbarkeit geprüft werden, Kosten kalkuliert und mit den entsprechenden Behörden gesprochen werden.

Das jährliche Budget, das der Stadt zur Verfügung steht, ist begrenzt. Daher möchten die Organisatoren jedes Jahr ein paar neue Installationen hinzufügen. Das macht es auch für Kühlungsborner und Besucher spannender. Der Austausch von Lichtobjekten mit anderen Tourismusorten wird geprüft, um Kosten für den Kauf der Installationen zu sparen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist auch das Thema Nachhaltigkeit. Autarke Lichtquellen wie Solarpanele, aber auch Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder werden in der Planung berücksichtigt. Die Zusammenarbeit mit Ökostrombetreibern könnte langfristig auch geprüft werden.

Neben dem Konzept muss auch ein Arbeitskatalog für den Bauhof erarbeitet sowie die Einlagerung der Installationen geklärt werden. Wenn das Konzept soweit steht, möchten die Organisatoren auch Unternehmer vor Ort ins Boot holen. Die kreativen Köpfe der Projektgruppe „Beleuchtungskonzept“ haben dazu zahlreiche Ideen.

Anne Menzel

(März 2021)

Die Rotwildgruppe im Baltic Park hoffentlich nicht mehr lange alleine

Der Anker am Bootshafen

   

"Wir wollen Kühlungsborn mit Licht verbinden"

   

  

Konzeptvorschläge der IZ


... die Elektronische Kurkarte

Der Begriff "elektronische Kurkarte" wird in letzter Zeit so oft erwähnt wie kaum ein anderer Artikel. Leider werden dabei auch so viele Halbwahrheiten wie bei kaum einem anderen Begriff verbreitet.
An dieser Stelle möchten wir, auszugsweise, etwas Licht in den Dschungel der Aussagen bringen.
 

Die "elektronische Kurkarte" ist nicht zwangsläufig eine Chip- oder Magnetstreifenkarte oder andere Plastik-Trägervariante, sondern wird in der Einstiegsvariante meistens, wie auch jetzt bei uns in Kühlungsborn, die Papierform sein.

Seit der Einführung der "elektronischen Kurkarte" im April 2019 in Kühlungsborn, wird diese zur "Echtzeitregistrierung" der Gastankünfte und auch als Meldeschein genutzt.
Dadurch stehen der Stadt Kühlungsborn erstmalig die Daten der tatsächlich in unserem Ostseebad verweilenden Gäste zur Verfügung.
Zum Vergleich - im bisherigen Erfassungsverfahren waren die Informationen zu den Übernachtungszahlen, je nach Abgabeintervall der Einreicher, erst zwischen 3 und 8 Wochen nach der Gastabreise verfügbar. 

Die nächsten möglichen und empfehlenswerten Schritte könnten und sollten u.a. sein:

  • die Echtzeitkontrollmöglichkeit als QR- oder Strichcode auf den Kurkarten aufdrucken
  • die QR- oder Strichcode per Scanner von den Kurtaxkontrolleuren prüfen lassen
  • Einlasskontrollen zu Veranstaltungen (auch bei Eintritt frei) bei denen der QR- oder Strichcode geprüft wird, damit auch eine quantitative Beurteilung von Veranstaltungen möglich wird und auch Rückschlüsse auf deren Notwendigkeit geführt werden können, um gegebenenfalls in den Folgejahren umdisponieren zu können.
  • Kombination mit Parkplatzbezahlsystemen, bei denen auch bei Tagesbesuchern die Kurtaxe gleich mitkassiert wird
    (durch das ausbleibende Lösen von Tageskurkarten sind die meisten Ausfälle der der Kurtaxe zu vermuten! Wahrscheinlich gibt es hier eine sechsstellige Dunkelziffer, auf die jahrelang verzichtet werden musste.)
    •     und vieles mehr .....

Der nächste Schritt kann die Erweiterung der elektronischen Kurkarte zur Gästekarte bzw. Touristenkarte werden.

  • hier müssen dann die touristisch-gastronomischen Leistungsträger, z.B. durch Umlagefinanzierung, ihre Angebote integrieren
  • denkbar ist auch die Nutzung der Karte als Ticket für einen Stadtbus, als Ermäßigung oder sogar Befreiung
  • bei entsprechender Vertragslage wäre wahrscheinlich auch ein Leistungsabkauf für den Molli möglich

 Die "Königsklasse" der Kartennutzung wäre dann auch der Einsatz als Regionsverbundkarte.

  • Nachbargemeinden, einzelne Orte oder auch Destinationsgemeinschaften können sich hier als schlüssige Verbundgemeinschaften präsentieren und ihre Leistungspakete gemeinsam präsentieren.
  • Ein hervorragendes Beispiel bieten hier die Kaiserbäder, neuerdings auch die Bernsteinbäder. Durch recht übersichtliche Erhöhungen der Kurtaxe, wird den Gästen und Einheimischen ein beachtliches Leistungspaket zur Verfügung gestellt. Selbst Landesmittel werden für solche Projekte zur Verfügung gestellt.

Wir könnten jetzt hier noch endlos Beispiele und Erklärungen geben, allerding macht es mehr Sinn kompetent und zielstrebig an der Umsetzung der geplanten Maßnahmen zu arbeiten.


  

TSK und TFK

Wie mir die Reaktionen auf meine kritischen Anmerkungen am 14. Mai in der Ostsee-Zeitung zeigten, besteht bei den Kühlungsbornern eine große Unwissenheit bzw. fantasiebelegtes Halbwissen zu diesem Thema.

Hier ein kurzer Abriss:

Nachdem in der Nachwendezeit in Kühlungsborn zahlreiche Kurdirektoren scheiterten bzw. verschlissen wurden, beschlossen die touristischen Akteure 2001, unter Beteiligung der Stadt Kühlungsborn, die Gründung der "Touristik-Service-Kühlungsborn GmbH" kurz TSK genannt.
Satzungsgemäßer Gegenstand dieses Unternehmens ist die Durchführung von Werbung und Marketing für den Tourismus im Ostseebad Kühlungsborn. Die Stadt Kühlungsborn übergab, per Aufgabenübertragungsvertrag,  der TSK die Durchführung der touristischen Aufgaben.
Dies funktionierte bis Ende 2017 hervorragend und beispielhaft. Deutschlandweit beneideten uns viele Orte um diese Lösungsvariante.
Ende 2017 kündigte die Stadt Kühlungsborn, die mittlerweile ihre Gesellschaftsanteile an der TSK veräußert hat, fristgerecht den Aufgabenübertragungsvertrag um die mittlerweile notwendig gewordene europaweite Ausschreibung der touristischen Leistungsvergabe vorzubereiten.
In diesem Ausschreibungsverfahren bei dem sich die TSK unter großen Aufwendungen bewarb, gab auch nur die TSK, jetzt als einziger Bieter, ein Angebot ab. Bei erfolgter und von allen erwarteter Auftragsvergabe hätte die TSK also mindestens bis 2023 (zuzüglich weiterer Optionsjahre) den Zuschlag für diese Tätigkeiten erhalten können und die bewährte Arbeit fortsetzen können.
Am 08.02.2018 wurde dieser Lösungsweg durch einen einstimmigen Stadtvertreterbeschluss jäh unterbrochen.
In einer eilig vom Bürgermeister einberufenen Sondersitzung wurde beschlossen, die touristischen Aufgaben einer noch zu gründenden 100%-Tochter-GmbH der Stadt Kühlungsborn zu übergeben.
Soweit die nüchterne Betrachtung.

Nun aber auch hier die teilweise nicht mit logischem Verstand nachvollziehbaren Fakten:

  • der Stadtverteterbeschluss fand unter großem Zeitdruck statt
  • kein Stadtvertreter hatte eine Chance mit Fachgremien oder Kompetenzträgern über eventuelle Konsequenzen zu beraten und diese Beschlussvorlage zu hinterfragen, allerdings ließen sich alle Stadtvertreter von dieser fraglichen Richtigkeit überzeugen (einstimmiger Beschluss) wo war hier die transparente Bürgerbeteiligung?
  • erst auf Drängen der TSK-Gesellschafter übergab der Bürgermeister Ende März 2018 den Gesellschaftern eine Information zu diesen Vorgängen
  • erst am 22.12.2018, also 9 Tage !!, bevor die städtische Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn, kurz TFK genannt , den offiziellen Betrieb aufnahm, übergab der Bürgermeister der TSK einen ersten Vertragsentwurf.
    (TFK, TSK .... Verwechslungsgefahr? ein Schelm wer Böses dabei denkt.....
  • heute, am 16.05.2019, also 136 Tage nach Arbeitsbeginn der TFK gibt es immer noch keinerlei vertragliche Lösungen.
    Dies bedeutet, dass die städtische TFK nach wie vor mit den "Werkzeugen" der TSK arbeitet.
    Dazu gehören: Mobiliar, EDV-Systeme, Lizenz-und Markenrechte und vieles Anderes mehr.
  • ...und die STADTVERTRETER hinterfragen ihre eigenen Beschlüsse in keiner Weise und lassen den Bürgermeister unkritisiert in dieser unhaltbaren Arbeitsweise agieren.

Alle zu diesen Geschehen gehörenden Beschlussdokumente finden sie im Webauftritt der Stadt Kühlungsborn.

Reiner Kukeit

(16. Mai 2019)