POLITIK. GEMEINSAM. GESTALTEN

   

Stellung beziehen

Fragt man einen Politiker, ob man beim Baden in der Ostsee nass wird, so bekommt man in der Regel eine ausführlichere Antwort, als einem lieb ist. Natürlich hängt das davon ab, ob man einen Trockenanzug anzieht oder die Ostsee gerade mal zugefroren ist und natürlich müsste man erstmal definieren, was nass eigentlich genau bedeutet. Ach ja, und die Fische sind ja auch nass und frieren manchmal, weshalb man sich doch besser darauf konzentrieren sollte mehr zu heizen, idealerweise mit dem Auto.

Warum dieses Ge-eier und Ausweichen? Zum einen sind da die Wähler. Wer weiß schon, ob allen Wählern die klare Antwort gefällt? Zum anderen sind da die anderen Politiker, mit denen man zu bestimmten Themen Einigkeit erzielen möchte und daher keinen ernsthaften Konflikt mit diesen herbeiführen möchte. Vor allem ist es oft so, dass dieser Konflikt gerade in der Kommunalpolitik von der professionellen politischen Ebene auf die persönliche Ebene abstrahlt. Dann hat der ein oder andere Politiker vielleicht noch eine geheime Agenda, die inoffiziell verfolgt wird. In der Kommunalpolitik wären das dann ggf. auch persönliche Interessen. Und dann möchte man ja neben der eigentlich für einen selbst eher unwichtigeren Frage vielleicht auch noch sein Herzensthema mit der Antwort platzieren. Ja, und dann ist da noch das größte Problem: Wenn man sich einmal festgelegt hat, kommt man ganz schwer zurück und wird angreifbar.

Aber seien wir mal ehrlich, im täglichen Leben ist es doch kaum anders. Wenn wir in einer Gaststätte mit unserem Partner sitzen und gefragt werden, ob die Entenbrust oder doch besser das Schnitzel zu empfehlen sind, wir beides aber selbst nie gegessen haben, werden wir doch auch herum eiern. Ebenso bei der Frage nach dem besten Auto, ob Kühlungsborn ein Riesenrad, eine Schwimmhalle oder eine neue Seebrücke braucht. Ein klares JA oder NEIN ohne umfassende Erläuterung werden wir wohl von den wenigsten bekommen. Meine Erfahrung in Gesprächen mit Kühlungsbornern bestätigt dies. Das ist ja auch nicht schlimm. In der Kommunalpolitik gibt es dafür Ausschüsse, in denen alles ausführlich diskutiert wird. Diese Ausschüsse sind fast alle öffentlich, so dass jeder als Gast teilnehmen darf. Das ist zeitlich natürlich sehr aufwendig. Die finale Entscheidung wird meist in der Stadtvertreterversammlung getroffen. Hier ist dann oft nicht mehr die Zeit, um über alles von vorne zu diskutieren. Auch wenn ich eine lebhafte Diskussion sehr begrüße, so hat sich gezeigt, dass das von den Gästen dann plötzlich als Uneinigkeit und Durcheinander bewertet wird. Also wollen die Gäste wohl doch keine Diskussion, sondern einfach „klare Kante“. Im Grunde genau das, was jedem Einzelnen selbst sehr schwer fällt. Die Stadtvertreter dürfen nicht einmal Ja, Nein oder „mhhhh vielleicht“ sagen, sondern heben ihre Kärtchen. Egal, wie man entscheidet, es wird also nicht immer allen gefallen. Man macht sich also nicht unbedingt beliebt. Aber darum geht es ja auch nicht.

Dies beginnt auch schon in der öffentlichen Darstellung und Diskussion. Wir als Initiative Zukunft haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Hintergründe möglichst umfassend zu beleuchten und zu hinterfragen. In den Sitzungen gibt es am Ende aber ein klares Ja oder Nein. Auch wenn das dann nicht allen gefällt, so ist das dann eben ein Ergebnis, zu dem wir auf Basis unseres Wissens gekommen sind. Und ja, es wird dann plötzlich sehr einfach, eine solche Entscheidung zu kritisieren. Das wissen wir. Daher möchten wir Sie motivieren, uns anzusprechen, wenn Sie mit einer unserer Entscheidungen nicht einverstanden sind oder wissen möchten, warum wir so entschieden haben. Das geht sehr einfach per E-Mail an peter.menzel@i-z.info oder telefonisch unter 0172-4938238. Ach ja. Meine Antwort auf die eingangs gestellte Frage ist: „JA“.

Ihr Dr. Peter Menzel
(Mai 2024)


11 Fragen an unsere Bürgermeisterkandidaten

Zur Kommunalwahl am 6. Juni 2024

Am 9. Juni 2024 dürfen wir neben der Europa-, Kreistags- und Stadtvertretungswahl auch einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin für das Ostseebad Kühlungsborn wählen. Drei Kandidaten stellen sich für das Amt zur Wahl, das aktuell von Rüdiger Kozian besetzt wird. Lars Zacher vom CDU Stadtverband Kühlungsborn und Dirk Holtz (parteilos) möchten gerne frischen Wind in den Ort bringen. Mit Olivia Arndt von der Kühlungsborner Liste stellt sich zum ersten Mal in der Geschichte Kühlungsborns auch eine Frau zur Wahl.

Nach intensiven Interviews mit allen Kandidaten, bei denen sie die zehn gleichen Fragen beantworteteten, werfen wir einen Blick auf ihre Visionen, Ideen und Pläne für Kühlungsborn und dürfen auch Persönliches über sie erfahren. Unabhängig von ihren politischen Hintergründen und individuellen Visionen eint alle drei Kandidaten eine gemeinsame Überzeugung: Die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und eine bürgernahe Verwaltung. In den Interviews betonen Lars Zacher, Olivia Arndt und Dirk Holtz, dass eine enge Verbindung zwischen Verwaltung und Bevölkerung die Grundlage für eine lebendige Stadtgemeinschaft ist.

Ein weiterer zentraler Punkt, der allen Bürgermeisterkandidaten am Herzen liegt, ist die Unterstützung der Vereine und des Ehrenamts in Kühlungsborn. Denn sie sind sich einig: Die Vielfalt und das Engagement der Vereine tragen maßgeblich zum Zusammenhalt und zur Lebensqualität in Kühlungsborn bei. Aber auch die Stadtvertretung wird neu gewählt, und die Initiative Zukunft freut sich darauf, gemeinsam mit den gewählten Vertretern das Miteinander in unserer Stadt zu stärken. Die gemeinsamen Werte und Ziele bilden das Fundament für eine positive und gemeinschaftliche Zukunft in Kühlungsborn. Die Wahl fällt auf jeden Fall schwer. Die Interviews sollen dabei helfen, einen ersten Eindruck von den Kandidaten zu gewinnen. In den nächsten Wochen werden sich die Kandidaten mit Ihren Wahlprogrammen und Zielen auf unterschiedlichste Weise präsentieren. Auch wir als Initiative Zukunft werden Ihnen unsere Zukunftsideen vorstellen. Die Entscheidung liegt dann bei Ihnen. Gehen Sie wählen!

Anne Menzel
Initiative Zukunft


Dirk Holtz

Parteilos

Regionalleiter der VR-Bank Mecklenburg

Verheiratet, 3 Kinder (21 Jahre, 12 Jahre, 6 Jahre)

geb.am 27. Februar 1975 in Teterow, seit 2019 in Kühlungsborn

Sachkundiger Bürger im Finanzausschuss für den HGV

1. Warum wohnst du in Kühlungsborn?

Kühlungsborn kenne ich seit meiner Jugend. Ich bin in Teterow geboren und habe viele Jahre in Rostock gewohnt. Häufig bin ich in Kühlungsborn am Strand gewesen - als Tagesgast, als Hotelgast und später als Camper. Als ich dann in Flensburg wohnte, waren wir immer Hotelgast in Kühlungsborn und später dann mit der ganzen Familie auf dem Campingplatz zu Besuch. Ich liebe den Strand. Die Ostsee ist ein Geschenk. Ich liebe die Atmosphäre, die Gastronomen, die Künstler, die Händler und vor allem die Leute schaffen, die hier arbeiten und leben. Als ich 2019 Leiter der Privatkundenbank in Rostock wurde, wussten wir, es ist Zeit, nach Kühlungsborn zu ziehen.


 

2. Was ist dein Lieblingsplatz in Kühlungsborn?

Mein Garten und der Strand. Wir unternehmen als Familie viel zu Fuß und sind mit dem Fahrrad im gesamten Ort unterwegs. Das Urlaubsgefühl ist bis heute noch da.


3. Was motiviert dich dazu, Bürgermeister zu werden?

Meine Motivation ist recht einfach. Es gibt bereits zahlreiche Wählergruppen und Vereinigungen, von denen bereits jeder versucht, aus seiner Sicht tolle Ideen und Lösungen voranzubringen. Diese möchte ich gerne mit ihnen gemeinsam gestalten und umsetzen. Hierzu ist viel Abstimmung, Transparenz in der Vorgehensweise, das Aufzeigen von Fortschritten und aber auch gemeinsam mit der TFK ein Dach bilden für touristische Aktivitäten. Ich möchte Transparenz schaffen.

Als Bürgermeister sammele ich überall Ideen – Wie ein Visionär. Jemand, der wie ein Animateur ist und die Leute mitnimmt. Darauf habe ich Lust. Auch das Mitnehmen der jungen Leute. Politik soll wieder Spaß machen­


4. Welche konkreten Erfahrungen und Fähigkeiten bringst du mit, um unsere Stadt effektiv zu führen?

Ich bin jemand, der es gelernt hat, strategisch zu arbeiten – ein Ziel zu definieren, mit Beteiligten den Rahmen und Meilensteine (Teilerfolge) festzulegen, um aktiv auf Veränderungen reagieren zu können. Eine klare Zukunftsausrichtung, um handlungsfähig zu sein, ist für mich wichtig.

Ich habe neben meiner beruflichen Tätigkeit neben ein Management Studium (Schwerpunkt: Strategien, Zukunftsorientierung, Veränderungsgestaltung)  eine Ausbildung als Coach gemacht und habe dabei gelernt zu schauen, welche Möglichkeiten ich habe, um Dinge positiv zu entwickeln.

Ich konnte in meiner Laufbahn in vielen Unternehmen Veränderungsprozesse begleiten, u.a. bei der OSPA, Postbank und VR-Bank. Wichtig dabei war immer, die Mitarbeiter auf den Weg in neue Arbeitswelten mitzunehmen, ein offenes Ohr für sie zu haben, die Interessen zusammen zu bekommen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und Ziele zu erreichen. Man erreicht seine Ziele nicht durch Anweisungen, sondern indem man sein Gegenüber kennenlernt – die Stärken des anderen schätzt und schaut, wie man gemeinsam den Weg geht, damit jeder die Chance hat, sich zu beweisen und selbst einzubringen. Mitarbeiter nutzen gerne die Zukunftsorientiertheit als Chance, sich zu beweisen.

Diese Zukunftsausrichtung, Lösungsorientierung, mitarbeiterorientierte Unterstützung und Projekterfahrung bringe ich gerne mit ein.


5. Was ist dir eine Herzensangelegenheit, die du als Bürgermeister als Erstes umsetzen wirst?

Unabhängig von den einzelnen Themen, die vorliegen, ist mir in erster Linie daran gelegen, alle kennen zu lernen. Wichtig ist mir, dass wir alle gemeinsam (Stadtvertreter, Bürger und alle in der Gemeinde Tätigen) einen gemeinsamen Konsens für eine gemeinsame Arbeit finden - also herausarbeiten, wie wir gemeinsam lösungsorientiert und strategisch zusammenarbeiten können. Mir ist wichtig, dass wir uns alles sagen können sowie sachlich und lösungsorientiert diskutieren. – Ich möchte nahbar sein. Bei der Thematik Schulcampus möchte ich beispielsweise mit Familien mit Kindern mitbestimmen, zum Thema Wohnraum natürlich mit den Wohnungssuchenden. Und dafür ist eine vertrauensvolle Basis wichtig. Ich möchte ein WIR!  Wir machen das gemeinsam!


6. Welche wesentlichen Aufgaben müssen in Kühlungsborn angegangen werden, um Kühlungsborn zukunftsfähig zu machen?

Erst einmal müssen wir uns auf eine gemeinsame strategische Ausrichtung verständigen. Wichtig ist, dass Kernthemen benannt werden. Was muss bis zum 31.12.2031 erreicht werden? Ich habe dies in den 5 W meines Wahlprogrammes dargestellt. Ich möchte, dass Politik wieder Spaß macht. Dafür muss man einerseits zuhören, anderseits muss man sicherstellen, dass alle denselben Informationsstand haben. Transparenz und Mitbestimmung sind wichtige Eckpfeiler. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit der Politik muss gewährleistet sein. Hier kann u.a. die Einbindung digitaler Medien helfen. Ich möchte Vertrauen schaffen in der Bevölkerung und zeigen, dass ich für die Gemeinschaft da bin und nicht nur für jeden Einzelnen. Des Weiteren möchte ich schauen, wie man Strukturen und Arbeitsweisen in der Verwaltung agil gestalten kann .... sodass der Ort handlungsfähig ist. Die Vielzahl der vergangenen Beschlüsse wird aufgrund der aktuellen Haushaltslage so nicht realisierbar sein.  Auch hier gilt es Einwohner zu informieren, Beschlüsse neu zu priorisieren und ggf. auch aufzuheben.


7. Wie würdest du als Bürgermeister zur Arbeit kommen?

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Vorher bringe ich die Kinder zum Kindergarten und zur Schule. Und dann mit dem Kaffeebecher in der Hand am Strand entlang Richtung Arbeit bummeln. Hier kann ich Energie und Kraft tanken. Außerdem sind morgens schon einige Menschen unterwegs und man kommt ins Gespräch. Und den Rückweg bitte genauso. Ich finde es wichtig, mich mit Menschen ins Gespräch auszutauschen -  Genauso wie das Gespräch am Gartenzaun.


8. Worüber kannst du lachen?

Ich bin davon überzeugt, dass Lachen zum Leben gehört. Wir lachen viel zu wenig. Schön, wenn man morgens miteinander anfängt zu scherzen. Ich freue mich schon auf den 1. April. Ich lache gerne mit Freunden und meinen Kindern und ich liebe Komiker. Lache gerne und viel. Ich spiele Gitarre und andere Instrumente. Dabei habe ich u.a. Songtexte humoristisch umgetextet.


9. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Meine Notenbücher. Und Effi Briest von Theodor Fontane


10.  Mit welcher Frage willst du dich schon immer mal konfrontiert sehen bzw. hast du vermisst?

Ich habe eigentlich gedacht, dass ich über mein Wahlprogramm reden darf. Ich habe es in fünf großen "W"s: aufgeteilt: (1) Werte, (2) Wirtschaft, (3) Wohnraum und (4) Wandel. (5) Wir. Kurz angerissen:


(1) WERTE ERHALTEN

steht beispielsweise für alle Belange, die unsere Kinder betreffen - das reicht von Maßnahmen in Bereich Kita über Schule bis hin zu Sport- und Vereinsförderung, die Ehrenämter. Aber auch einfach mal den Senioren ein Dankeschön sagen, in dem wir Ihnen eine lebenswerte Freizeitphase ermöglichen, wozu auch die Möglichkeit gehört innerhalb Kühlungsborns von A nach B zu kommen. Die Schaffung von Freizeitangeboten, die Sicherung der Gesundheit und Versorgung, ein Verkehrskonzept, das die Ostseeallee ordnet und beruhigt u.v.m

(2) WIRTSCHAFT FÖRDERN

- Hier sehe ich einerseits als wichtigen Punkt die Etablierung tourismusunabhängier Zweige und anderseits die Stärkung des gemeinsamen "touristische Ökosystems". Darunter verstehe ich die die Primäraufgabe der TFK , ein Dach für alle Handelnden im Tourismus und die Einwohner zu bilden - d.h. Marketing in Abstimmung mit Hoteliers, Gastronomen, Einwohnern etc. Diese große Aufgabe für die TFK setzt hohe Moderationsfähigkeit und hohe Lösungsorientierung durch Konsens und Miteinander voraus. Ich nehme hier Fehlentwicklungen wahr, die einer Korrektur bedürfen. Auch der Punkt „Tourismusakzeptanz“ in Sinne von: „Welchen Vorteil hat der Kühlungsborner“ ist für mich ein wesentlicher Bestandteil einer Tourismusstrategie.

(3) WOHNRAUM SCHAFFEN

- Die Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnraum steht hier im Vordergrund. Hier sind die Rahmenbedingungen aufgrund der Entwicklung der Zinsen sicherlich herausfordernder geworden und machen ein Umdenken notwendig.

Ein Umdenken in der Priorisierung. Ich halte es aus meiner Sicht u.a überprüfenswert, wie sich ein Verzicht auf den Bau neuer Ferienwohnungen und neuer Zweitwohnsitze auswirkt.

Ich weiß, es handelt sich um ein sehr wichtiges Thema und ich kenne aus eigenem Erleben die notwendige Handlungsnotwendigkeit.

(4) WANDEL IN DER VERWALTUNG UND DER POLITIK

Politik soll wieder Spaß machen - weg von Verwaltung und hin zur Gestaltung. Mit klaren Visionen, einem definierten Handlungsrahmen, der Beteiligung der Betroffenen zu Prio-Themen wie Schule und Wohnen. Auch die Einbindung und Entscheidungsfähigkeit der Jugend sehe ich als wichtig - Ihnen muss die Politik erklärt und anfassbar gemacht werden. Ich bin überzeugt, dass die Jugendlichen verantwortungsvoll mit übertragenen Aufgaben umgehen werden und unserer Politik in Kühlungsborn zukunftsorientierte Impulse geben werden

Im Bereich der Verwaltung geht es mir – und das möchte ich betonen – nicht um die Wertung bisheriger Arbeitsweisen. Wir leben in einer Welt, in der die Veränderung die neue Normalität ist. Darauf gilt es sich einzustellen.

(5) WIR MACHEN DAS GEMEINSAM!

Ich möchte, dass wir am 31.12 2031 sagen:“ wir haben gemeinsam viel erreicht!“

Wir haben Strukturen und ein Miteinander geschaffen, dass von Transparenz, Vertrauen, Klarheit und der Gewissheit geprägt ist. Wir haben alle bestmöglich mitgenommen und sind stolz auf das Erreichte. Die Visionen, Ideen und Lösungswege durfte ich bereits in vielen Gesprächen kennenlernen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass WIR das erreichen!


11. Was fällt dir ein, wenn du den Hafen bzw. seinen Zustand siehst? Wen siehst du als Betreiber – die TSK, ein anderes Privatunternehmen oder die Stadt?

Ich liebe den Hafen und liebe es, dort im Vielmeer zu sitzen, Kaffee zu trinken und den Blick auf den Hafen zu genießen. Schade, dass die Lösung für den Südsteg zu spät gefunden wurde.

Prinzipiell ist für mich nicht relevant, wer Betreiber ist oder wird, sondern dass bestimmte Rechtmäßigkeiten, Verantwortlichkeiten und Unstimmigkeiten vorher geklärt sind. Wir können jetzt aus den gemachten Erkenntnissen lernen und den Rahmen für den künftigen Betreiber festlegen. Eine klare Kommunikation und geordnete Rechtsfähigkeit ersparen uns in der Zukunft viel Diskussion.

Mein Motto ist hier: „VOM RAHMEN zum NAMEN“


Olivia Arndt

Kühlungsborner Liste

Sachbearbeiterin EFRE (Europäische Fonds für regionale Entwicklung)
im Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt Rostock

1979 in Kühlungsborn geboren

2 Töchter (7 Jahre und 13 Jahre)

1. Warum wohnst du in Kühlungsborn?

Weil es meine Heimat ist. Hier ist Zuhause. Mein Partner und ich sind hier geboren. Hier lebt meine Familie. Unsere Kinder gehen hier zur Schule. Sie sind hier aufgewachsen. Kühlungsborn hat eine angenehme beschauliche Größe – es ist keine „anonyme Stadt“. Hier wird Gemeinschaft gelebt, man kennt sich.


2. Was ist dein Lieblingsplatz in Kühlungsborn?

Der Stadtwald. Es vergeht kaum ein Tag, den ich nicht durch den Stadtwald gehe, jogge oder mit dem Fahrrad fahre. Er befindet sich direkt vor unserer Haustür. Wenn ich zu Fuß durch den Wald gehe, dann kann ich wunderbar nachdenken und es finden sich die Lösungen auf dem Weg. Außerdem ist der Stadtwald ein tolles Alleinstellungsmerkmal für Kühlungsborn. Wo hat man schon einen Wald direkt in der Stadt? Und natürlich der Strand.


 

3. Was motiviert dich dazu, Bürgermeisterin zu werden?

Die Zukunft unserer Stadt und damit unsere aller mitzugestalten. Wissen, wie sich unsere BürgerInnen ihren Ort zukünftig vorstellen und was sie beschäftigt ist wesentlich, es gibt viele Aufgaben, die es anzupacken und umzusetzen gilt. Damit meine ich alle Personengruppen, von jung bis alt. Oft fängt es aber mit kleinen Dingen an, die schnell und unbürokratisch geändert sind und Erleichterungen im Alltag schaffen. Nach der konzeptionellen Arbeit, die bis hierhin bereits gemacht wurde, gilt es nun, in die Umsetzung zu gehen. Dazu gehört ein gutes Projektcontrolling im Einklang mit der aktuellen Entwicklung. In der Vergangenheit fehlte mir zu vielen Themen Transparenz, das muss sich ändern.


4. Welche konkreten Erfahrungen und Fähigkeiten bringst du mit, um unsere Stadt effektiv zu führen?

Ich bin Verwaltungsexpertin mit über 10 Jahren Berufserfahrung aktuell in der öffentlichen Verwaltung. Ich weiß, wie die Verwaltung funktioniert und tickt und dabei meine ich längst keine Bürokratie im klassischen Sinne mehr. Beruflich steuere ich Projekte, in denen es um EFRE Fördermittel für unser Land Mecklenburg-Vorpommern geht. Konkret waren das über 70 Mio. reine Fördermittel in der letzten Förderperiode, die wir erfolgreich für unser Land abrufen konnten – Geld, welches das Land zur Umsetzung von so vielen großen Projekten wie beispielsweise Forschungsneubauten der Universität Rostock benötigt. Meine Stärken sind es, mit verschiedenen Interessensgruppen zusammen zu arbeiten, um gute Entscheidungen herbeizuführen. Es geht um tragfähige Entscheidungen im Sinne unserer Stadt, die es anschließend strukturiert und zielgerichtet umzusetzen gilt. Darüber hinaus leite ich als Mutter nebenbei ein „Familienunternehmen“, damit meine ich, dass immer Unvorhergesehenes auftreten kann, es immer konträre Meinungen gibt und es dennoch wichtig ist, gemeinsam das Ziel weiter zu verfolgen. Schlussendlich bin ich in Kühlungsborn nicht wirtschaftlich verflochten, so dass ich ohne eigene Interessen und absolut im Sinne der Stadt Projekte voranbringen kann.


5. Was ist dir eine Herzensangelegenheit, die du als Bürgermeisterin als Erstes umsetzen wirst?

Zunächst müssen wir als Stadt sicherstellen, dass wir unserer Pflicht zur Erfüllung der Grundaufgaben gerecht werden.

Darüber hinaus halte ich es für absolut notwendig, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf

  • den Zusammenhalt des Ortes
  • Bildung und
  • Infrastruktur richten.

Die Verwaltungsstruktur wurde überprüft und diese gilt es nun, umzusetzen. Die Verwaltung kann nur effektiv arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, die Prozesse schlank sind, alle Mitarbeitenden optimal eingesetzt sind.

Gerne würde ich ortsübergreifend mit den umliegenden Gemeinden zusammenarbeiten, um die Stärken der Modellregion Ostsee - die wir sind - und Synergieeffekte zu nutzen wie beispielsweise das Projekt Schwimmhalle weiter voran zu bringen. Als Radfahrerin weiß ich, dass wir nicht gut im Bereich Radwege aufgestellt sind. Es gibt viel zu tun und das Leben ist dynamisch, es werden noch viele Aufgaben kommen!

 


6. Welche wesentlichen Aufgaben müssen in Kühlungsborn angegangen werden, um Kühlungsborn zukunftsfähig zu machen?

Zukunftsfähig bedeutet für mich, dass wir weiterhin ein attraktiver Ort für unsere Bürger sind und wir die finanzielle Ausstattung haben, über unser Pflichtaufgaben hinaus, Geld in die Hand nehmen können, um unsere Schulen bestmöglich auszustatten, unsere Vereine zu unterstützen und Kultur weiter zu fördern. Heißt, einen optimalen Rahmen und gute Balance zu schaffen für unsere Bürger, Gewerbetreibende und Gäste. Eine sanfte Entwicklung des Tourismus im Einklang mit unseren Einwohnern und gute Bedingungen für unsere UnternehmerInnen machen vieles möglich für eine relativ kleine Stadt wie unsere.

Wir wissen bereits, dass ein wesentliches Thema Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sein wird. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich um dieses Thema. Wir brauchen junge Familien, damit unsere Stadt weiterhin lebenswert bleibt.


7. Wie würdest du als Bürgermeisterin zur Arbeit kommen?

In Kühlungsborn bin ich fast nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs und
das werde ich auch in Zukunft nicht ändern.


8. Worüber kannst du lachen?

Es hilft, nicht immer alles zu ernst zu nehmen. Ich kann auch mal über mich selbst lachen.


9. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Sebastian Fitzek: Elternabend


10. Mit welcher Frage wolltest du dich schon immer mal konfrontiert sehen, hast du vermisst?

Als Bürgermeisterkandidatin wollte ich schon immer gefragt werden, wie wir auch künftig attraktiv als Gastgeber und Kurort sein können und dennoch eine lebenswerte Gemeinde und den Erhalt der Umwelt sichern können? Themen wie Nachhaltigkeit, Energieversorgung in der Zukunft, Energieeffizienz, Klimaneutralität werden immer wichtiger – hier hat Kühlungsborn viel Potential.                                                      Als Bürgermeisterkandidatin  wollte ich schon immer gefragt werden, wie wir auch künftig attraktiv als Gastgeber und Kurort sein können und dennoch eine lebenswerte Gemeinde und den Erhalt der Umwelt sichern können? Themen wie Nachhaltigkeit, Energieversorgung in der Zukunft, Energieeffizienz, Klimaneutralität werden immer wichtiger – hier hat Kühlungsborn viel Potential.     


11. Was fällt dir ein, wenn du den Hafen bzw. seinen Zustand siehst?

Wen siehst du als zukünftigen Betreiber –die TSK, ein anderes Privatunternehmen oder die Stadt? Der Bootshafen ist ein wichtiges Markenzeichen von Kühlungsborn und ein Anziehungspunkt. Schön, dass dort so viel öffentliches Leben stattfindet und Unternehmen so vielfältig sind. Repräsentative und öffentliche Flächen müssen natürlich in einem guten und sicheren Zustand sein. Daher sind Erhaltung, Pflege sowie Instandsetzung von hoher Bedeutung. Darüber, wer den Hafen betreiben soll, werde ich keine begründete Antwort ohne Prüfung der Alternativen geben. Solche Entscheidungen sind keine Bauchentscheidungen und es darf sich auch nicht um eine persönliche Präferenz handeln. Um transparent zu argumentieren und wirtschaftlich zu entscheiden müssen erst wichtige Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch.

Eine Variantenanalyse und -rechnung ist hier das Verfahren der Wahl. Die (drei) Varianten sind gegenüber zu stellen hinsichtlich Kosten, Lebenszyklus der Investition, Vertragsrahmendaten. Handlungen der öffentlichen Hand sind unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Eine Entscheidung für die richtige Art des Betriebes muss auf einer sachlichen Analyse und einer begründenden Entscheidungsgrundlage basieren und wird gemeinsam mit der Stadtvertretung diskutiert und beschlossen.


Lars Zacher

CDU Stadtverband Kühlungsborn

Unternehmer

Geb. am 28.11.1978 in Kühlungsborn

Verheiratet, 2 Kinder (10 und 13 Jahre)

1. Warum wohnst du in Kühlungsborn?

Ich bin hier geboren und seit meiner Kindheit mit dem Ort verbunden. Ich durfte miterleben, wie der Ort gewachsen ist und sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Es gibt für mich keinen schöneren Ort zum Leben – da steckt schon viel Herzblut drin.


2. Was ist dein Lieblingsplatz in Kühlungsborn?

Ich bin sehr gerne im Lindenpark und im Stadtwald unterwegs, weil ich dort meine Ruhe finde.


3. Was motiviert dich dazu, Bürgermeister zu werden?

Die Liebe zum Ort – Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingen mag. In Kühlungsborn lauert so viel Potenzial und es gibt noch so viele Möglichkeiten. Ich würde gerne etwas für die Menschen, die hier leben tun – den Ort weiterentwickeln und Chancen für die nächste Generation mit aufbauen. Politik macht mir sehr viel Spaß. Die Weiterentwicklung und Führung des Ortes würden mir sehr große Freude bereiten.


 

4. Welche konkreten Erfahrungen und Fähigkeiten bringst du mit, um unsere Stadt effektiv zu führen?

Ich sehe mich selbst als guten Kommunikator, der die Fähigkeit besitzt, unterschiedliche Personen und Gruppen zusammenbringen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass offene und transparente Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist, besonders wenn es darum geht, gemeinsame Ziele zu erreichen und Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Als Vorsitzender des Finanzausschusses sowie des Wirtschaftsausschusses im Landkreis Rostock konnte ich mich bereits beweisen und strebe danach, durch zielgerichtetes Handeln die Entwicklung Kühlungsborns voranzutreiben. Ich glaube fest daran, dass das Treffen von Entscheidungen entscheidend ist, um Fortschritt zu erzielen.


5. Was ist dir eine Herzensangelegenheit, die du als Bürgermeister als Erstes umsetzen wirst?

Prinzipiell sind es in erster Linie nicht die großen Themen, die ich als erstes voranbringen möchte, sondern das Stärken des Wir-Gefühls in unserem wunderschönen Ostseebad. Ich möchte gerne das Miteinander im Ort stärken – das betrifft nicht nur die Kommunikation zwischen den Fraktionen, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Unternehmen im Ostseebad. Bürgernähe und Wertschätzung für diejenigen, die im Ort was leisten, haben für mich hohe Priorität.

Ansonsten gibt es natürlich eine Menge Projekte, die dringend angeschoben werden müssen, wie beispielsweise der neue Standort für die Feuerwehr, die Erweiterung der Sportkapazitäten für Vereine und Jugend durch den Bau einer Mehrzweckhalle, aber auch das Schaffen von mehr Angeboten für die Jugend (bspw. Schlackeplatz hinter dem Sportplatz West aufarbeiten als zentraler Treffpunkt für die Jugend mit diversen Sport- und Spielmöglichkeiten).  Ich setze mich auch für die Erneuerung der Seebrücke ein. Uns darf nicht dasselbe passieren wie in Rerik. Natürlich müssen wir auch schauen, welche Investitionen realistisch sind und im Finanzrahmen bleiben. Um Schritt zu halten, werden wir aber um größere Investitionen nicht herumkommen.


6. Welche wesentlichen Aufgaben müssen in Kühlungsborn angegangen werden, um Kühlungsborn zukunftsfähig zu machen?

Auf jeden Fall der Bürokratieabbau! Man kommt um die Digitalisierung nicht mehr herum. Wir müssen so einige Schritte in der Verwaltung vereinfachen.

Um unseren Ort weiter funktionsfähig zu halten, ist die Schaffung von Wohnraum von erheblicher Bedeutung. Hier sollten zusammen mit der städtischen NOVEG neue Wege gegangen werden, wie beispielsweise eine Kapitalerhöhung der NOVEG und der Einsatz zinsgünstiger Kredite, um Wohnungen zu bauen.

Gerne möchte ich auch das Image der „Grünen Stadt am Meer“ weiter ausbauen. Dazu gehört unter anderem auch der Ausbau der Energieversorgung.

Wir müssen auch über die Gemeindegrenzen hinwegschauen und unsere Kräfte gemeinsam bündeln. Wir sollten die Stärken der Modellregion nutzen. Was man alleine nicht hinbekommt, kann man gemeinschaftlich schaffen, wie beispielsweise der Bau einer Schwimmhalle.


7. Wie würdest du als Bürgermeister zur Arbeit kommen?

Hauptsächlich mit Fahrrad und Pkw. Ich möchte im Stadtbild zu sehen sein und mich nicht nur im Rathaus einschließen. Im Sommer fahre ich fast nur mit dem Fahrrad, weil ich auch um die Parkplatzsituation im Ort weiß.


8. Worüber kannst du lachen?

Ich bin generell ein sehr fröhlicher Mensch. Für mich ist das Glas immer halbvoll – egal in welcher Lebenslage. Eine heitere Gelassenheit in jeder Lebenslage macht manche ernste Sache doch irgendwie erträglich. Ich kann aber auch gut über mich selbst lachen.


9. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

„Sieger erkennt man am Start - Verlierer auch“ von Dieter Lange


10. Mit welcher Frage wolltest du dich schon immer mal konfrontiert sehen, hast du vermisst?  Lars: „Wie ist dein 100-Tage Programm?“

Mein 100-Tage-Programm steht fest. Ich möchte ein neues Feuer der Gemeinschaft entfachen. Dafür werde ich das Wir-Gefühl vorleben und alle auf die Reise mitnehmen. Auch die Wertschätzung aller im Ort möchte ich gerne wiederbeleben. Unter anderem sollen neue Gewerbetreibende im Ort Willkommen geheißen werden und die Bürger mehr geehrt werden. 


11. Was fällt dir ein, wenn du den Hafen bzw. seinen Zustand siehst? Wen siehst du als zukünftigen Betreiber – die TSK, ein anderes Privatunternehmen oder die Stadt?

Dazu habe ich eine ganz klare Meinung. Gerne hätte ich den großen Wurf gesehen mit dem „Hafen 2.0“, welcher eine komplette Sanierung und Instandhaltung des Hafens beinhaltet – gerne schon frühzeitig unter Federführung der TSK oder nach Ausschreibung mit einem neuen Betreiber. Eine Ausgewogenheit zwischen städtischen und kommunalen Leistungen halte ich für durchaus sinnvoll. Was uns in Kühlungsborn in den 90ern und 2000ern immer stark gemacht hat, war, dass eine gute Symbiose zwischen Stadt und Wirtschaft einherging. Das bringt uns gut voran.

    


Rücktrittsforderung an den Bürgermeister

   

Wer die OstseeZeitung aufmerksam gelesen hat, konnte stark verspätet meine Forderung nach dem Rücktritt des Bürgermeisters finden. Die Gründe für diese Forderung wurden leider dort nicht erläutert. 

Um es vorweg zu nehmen:
Ich werde nicht mehr als Bürgermeister kandidieren und habe auch kein Interesse mehr an dieser Stelle!

Warum bitte ich unseren Bürgermeister, sein Amt freiwillig niederzulegen? 

Eine der ersten Handlungen von Rüdiger Kozian nach Amtsantritt war die Gründung der Tourismus Freizeit und Kultur GmbH (TFK), um den Tourismusbetrieb wieder in städtische Hand zu holen. Dies in der Hoffnung, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Tourismusbetrieb/Kurverwaltung künftig besser vonstatten gehen sollte. 

Bis heute ist keine deutliche Verbesserung zu erkennen. Der Gesellschaftervertrag schreibt hier die „Machtverhältnisse“ vor. Ein Aufsichtsrat, bestehend aus einigen Stadtvertretern und Experten unter der Leitung von Oliver Brünnich wurde installiert und soll regelmäßig über die Geschäfte informiert werden sowie die Stadtvertretung informieren.